
Carl Spengler wurde 1860 in Davos als Sohn von Dr. Alexander Spengler (Alexander-Haus)
geboren. Nach seiner Approbation zum Dr. med. arbeitete er in der Praxis seines
Vaters in Davos. In dieser Zeit veröffentlichte er mehrere Abhandlungen
über die Tuberkulose. Robert Koch wurde deshalb auf ihn aufmerksam und
holte ihn als Mitarbeiter nach Berlin in sein Institut. Dort arbeitete Spengler
u.a. mit den Nobelpreisträgern von Behring und Kitasato zusammen.
Dr. Carl Spengler war aber nicht nur ein Wissenschaftler und Mediziner ersten
Ranges, als Sportler trat er genauso hervor. Um durch sportliche Kontaktaufnahme
die durch den ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen wieder zusammenzuführen
und das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu fördern, stiftete
er Weihnachten 1923 den "Spengler-Cup".
Der Spengler Cup funktioniert nach einer Art Zauberformel. Dazu braucht es:
Den Kurort und seinen Hockey Club Davos, den Termin zwischen Weihnachten und
Silvester, die garantierte TV-Präsenz seit 40 Jahren, das einmalige
Stadion und die Tradition. Der Spengler Cup Davos ist auch berühmt geworden
für eine einzigartige Stimmung im und um das Stadion. Wo sonst dürfen
sich neben dem HC Davos auch die anderen Teams als Heimmannschaft fühlen?
Der Spengler Cup hat sportliche Highlights produziert und Superstars präsentiert.
Es begann 1923 mit den kanadischen Studenten der englischen Elite-Universität
von Oxford. LTC Prag, praktisch identisch mit dem CSSR-Nationalteam, setzte
mit seiner Siegesserie vor und nach dem Krieg sportliche Massstäbe. Die
Diavoli Rosso Neri aus Mailand wurden durch den Spengler Cup einer grösseren
Öffentlichkeit zum Begriff. ACBB Paris begeisterte bei seiner Titel-Triplette
von 1959 bis 1961. Zwischen 1965 und 1983 gewannen nur noch tschechoslowakische
und russische Mannschaften in Davos und trugen damit der internationalen Kräfteverteilung
Rechnung. Bei Slovan Bratislava stach die Präsenz des Superstars Vaclav
Nedomansky heraus. Erst mit der Integration eines Teams Canada wurde das Ungleichgewicht
ausgeglichen. Die Kanadier, meist ein Konglomerat aus Spielern, die in der
Schweiz tätig sind, fehlten seither an keinem Turnier. Ihr Coach Andy
Murray wurde mit sechs Erfolgen in gleich vielen Teilnahmen zum sogenannten
Mr. Spengler Cup. 1991 gewann die damals berühmteste Mannschaft der Welt,
ZSKA Moskau, mit Trainer Wiktor Tichonow den bisher letzten Titel am Spengler
Cup. Die Kölner Haie hatten 1999 die deutsche Durststrecke beendet, die
1964 nach dem Sieg des legendären EV Füssen in Davos begonnen hatte.
Ein
zentraler Faktor ist aber das einheimische Team geblieben. Als es in den 70er-Jahren
in der Nationalliga B dümpelte, ersetzte es das Schweizer Nationalteam
mehr schlecht als recht. Bei den drei Turnieren zwischen 1990 und 1992 vertraten
Kloten, Lugano und Fribourg den in der heimischen Liga erneut abgestürzten
Heimklub mit unterschiedlichem Erfolg. Die Auftritte von Slawa Bykow und Andrei
Chomutow sorgten aber für Spektakel.Der HC Davos ist Rekord-TurniersiegerDer
HCD ist bei 69 Teilnahmen (davon 65x HC Davos 1. Mannschaft, 3x HC Davos 2.
Mannschaft, 1x
HC Davos Senioren) mit 12 Turniersiegen die erfolgreichste Mannschaft des
Spengler Cups. Auf den vorletzten Sieg vor vier Jahren musste er allerdings
42 Jahre warten. 1957 und 1958 hiessen die Protagonisten der Triumphe Werner
Bassani (Goalie), Watschga Dürst oder Stu Robertson. Bei den Siegen im
2000 und 2001 waren es Lars Weibel, Patrick Fischer, Lonny Bohonos oder Reto
von Arx. Die zwei jüngsten Turniersiege des HCD dokumentieren trotz
Verstärkungsspielern aber auch die Fortschritte der Schweizer Akteure,
die in den 80er-Jahren an einen derartigen Erfolg nicht zu träumen gewagt
hätten. Seit dem Wiederaufstieg in die Nationalliga A im Jahr 1993 erreichte
der HCD nicht weniger als acht Mal das Finale.(Stand:20.04.2005)